Trainierst du noch oder erziehst du schon?

 

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die „klassische Ausbildung“ des Wachhundes in Deutschland reglementiert und der erste

Polizei - Diensthund ging mit auf Streife.

Der sog. „Kasernenhofton“ bei der Ausbildung von Hunden wurzelt tatsächlich im Militärdienst.

Ziel dabei war, dass der Hund, genau wie jeder Soldat, dem Ranghöchsten gegenüber jederzeit „Unterordnung, Gehorsam und Dienstwillen“ zeigen musste.

 

Die Ausbildung der Hunde basierte auf der Annahme, dass die Vorfahren unserer Haushunde, die Wölfe, in einer rein durch  körperlichen Kraft und Überlegenheit beherrschten Hierarchie leben. Der Alpha-Rüde, das ranghöchste Tier, setzt seinen Willen gegenüber allen anderen Rudelmitgliedern ständig durch. Dabei steht der „aggressivste und dominanteste“ Wolf immer an erster Stelle.

Noch heute wird in einigen Hundeschulen an diesem Irrtum festgehalten, was sich leider auch im Training widerspiegelt.

 

Zahlreiche Freilandstudien und wissenschaftliche Untersuchungen aus den letzten Jahrzehnten zeigen uns aber ein völlig anderes Verhalten.

Wölfe leben in einem sehr sozialen Familienverband. Das Zusammenleben ist von gegenseitigem Respekt gekennzeichnet und ist 

bei Weitem vielschichtiger als bislang angenommen.

Wolf und Hund verfügen, wie viele andere Tiere auch, über eine komplexe Lernleistung.

Verhaltensweisen, wie z.B. Handeln nach Plan, oder Lernen durch Einsicht, sind völlig normal.

 

Artgerechte Erziehung, statt funktionsorientiertem Training, ist jederzeit möglich.

 

Ist der Unterschied zwischen Trainieren und Erziehen wirklich so wichtig?

 

 

 

 

 

TRAINING

ist funktionsorientiert und kann auch durch eine Fremd-Person durchgeführt werden.

 

Das Trainingsziel wird teilweise noch durch technische Hilfsmittel erzwungen.

 

Dabei wird nach dem

SENDER-EMPFÄNGER-PRINZIP gearbeitet.

 

Der Mensch erwartet vom Hund keine „Antwort“, sondern ausschließlich Gehorsam.

ERZIEHUNG

ist beziehungsorientiert und findet innerhalb des eigenen Rudels = Familie statt.

 

Erziehung erhöht die Lebensqualität für alle Partner.

 

Jeder Partner hat Rechte - jeder Partner hat Pflichten.

mehr dazu...  Lernen durch Einsicht

Das SENDER - EMPFÄNGER - PRINZIP gibt es in der Natur nicht.

 

Wölfe und unsere Haushunde kommunizieren ständig im täglichen Zusammenleben.

Dabei bleiben Erziehungs- und Lernerfolge nicht aus. Im Gegenteil!

 

Für mich hat jeder Hund Anspruch auf artgerechte Erziehung.


Der Hund kann nicht für sich selbst zwischen einem Leben als reiner Befehlsempfänger

oder Familienmitglied wählen.
Der Mensch trifft die Wahl für seinen Hund.